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29.09.2017 Wirtschaftsförderung

Die Kückstraße einladender gestalten


(Aachener Zeitung v. 29.09.2017-Karl Stüber)

Stadtverwaltung sucht den Dialog mit Gewerbetreibenden. Ab Januar wird zunächst der Kanal in einem Teilabschnitt saniert.

Wie kann die Kückstraße in Baesweiler attraktiver gestaltet werden – für Gewerbetreibende, Kunden und Anwohner gleichermaßen? In der Nähe des gut frequentierten Reyplatzes laufen die Geschäfte eigentlich ganz gut, aber weiter Richtung Kirchstraße wird es schwieriger. Jetzt verlegt ein weiteres Geschäft seinen Standort zum Zentrum Kirchstraße/Alter Feuerwehrturm.

Um weiter intensiv an Antworten und Lösungen in enger Kooperation mit Gewerbetreibenden arbeiten zu können, hat Bürgermeister Dr. Willi Linkens (CDU) in Absprache mit dem Gewerbeverband und dessen Vorsitzender Gabriela Sieberichs ins Quartierbüro an der Kückstraße eingeladen, das als Anlaufpunkt für die Veränderungsprozesse in der Innenstadt in einem bis dahin länger leerstehenden, ehemaligen Schreibwarengeschäft eingerichtet ist. Rund 25 Gewerbetreibende opfern ihre Mittagspause, um den Stand der Dinge zu erfahren – und den Zeitplan.

„Wir leben nicht von der Laufkundschaft, sondern nur noch von Stammkunden“, bringt eine Wortmeldung aus Reihen der Geschäftsleute das Problem auf den Punkt. Deshalb will die Stadt neben den eigenen Bürgern Auswärtige ansprechen – nicht nur Kunden, sondern auch Gewerbetreibende, damit die sich in Baesweiler niederlassen, Leerstände füllen und das Angebot bereichern. Davon würden auch Etablierte profitieren.

Linkens hat in der Sache einen Tag später einen wichtigen Termin in Köln. Die Bezirksregierung hat diejenigen Bürgermeister eingeladen, die Förderbescheide für Maßnahmen im Rahmen des Programms Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erhalten. Heißt: Baesweiler bekommt auf jeden Fall Zuschüsse. Aber wie viel und wofür genau? Linkens will keine falschen Versprechungen in dem Treffen mit den Gewerbetreibenden machen, lieber erst mal den Umschlag aufmachen und sehen, was Sache ist. Es geht um Mittel, die in diesem Jahr zugesprochen werden, um im Jahr 2018 eingesetzt zu werden.

Linkens knüpft an die Bürgerversammlung an, in der Geschäftsleute deutlich gemacht haben, dass sie Verbesserungen wünschen, aber deren Realisierung möglichst nicht oder nur kurz die laufenden Geschäfte stören. Keine einfache Sache. Arndt Bleimann, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, macht deutlich, dass erst der Untergrund optimiert sein muss, bevor die Oberfläche einladender gestaltet werden kann. Das ist nachvollziehbar. Es geht um die Entwässerung. Die anderen Leitungen, so hätten Wasser- und Energieversorger signalisiert, seien okay. Es geht um den Abschnitt zwischen Reyplatz und Easingtonstraße, das anschließende Teilstück bis zur Löffelstraße ist bereits vor einiger Zeit „erledigt“ worden, wie die technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel sagt. Bleimann verspricht, dass die Kückstraße für die Sanierung nicht gesperrt werden muss. Bei den Hausanschlüssen – die Anlieger sollen bald von der Stadt entsprechend informiert werden – habe die Analyse erheblichen Handlungsbedarf ergeben. Hier soll ab Januar in kleinen Abschnitten von etwa 20 Metern in offener Bauweise („Löcher“) vorgegangen werden – wahrscheinlich jeweils nur zwei Anschlüsse auf einmal, um nicht über längere Zeit ganze Abschnitte zu blockieren. Bei dem im Straßenbereich liegenden Abwasserkanal will die Stadt dafür sorgen, dass das zu beauftragende Unternehmen in geschlossener Bauweise vorgeht, also mit abgestützten Schächten mit Abdeckung. Dadurch soll erreicht werden, dass der Verkehr fließt und die Kunden nicht beeinträchtigt werden. In zwei Monaten will man ab Januar damit fertig sein.

„Wir gehen damit ins nächste Jahr, damit wir nicht Ihr Weihnachtsgeschäft beeinträchtigen“, sagt der Bürgermeister zu den Kaufleuten. Die Planung der Stadt zur dann folgenden Optimierung der Kückstraße soll im November in einer Bürgerversammlung vorgestellt und Anregungen berücksichtigt werden. Dann wird das Ganze von der Politik beraten und beschlossen. Während der Arbeiten wird die Bauleitung vor Ort sein, um Fragen der Anlieger zu beantworten. Zudem will die Stadt Baesweiler mit einer speziellen Bauzeitung informieren.

Auch an vermeintlich kleine Dinge wird gedacht: So sollen bald am großen Parkplatz am alten Feuerwehrturm in Absprache mit dem Gewerbeverband Schilder aufgestellt werden, die auf Geschäfte hinweisen.

Die Geschäftsleute an der Kückstraße werden von Linkens eingeladen, ihren Teil zur Gewinnung von Neukunden beizutragen. Viele der 4000 Beschäftigen im Gewerbegebiet wohnen in anderen Kommunen und haben noch gar nicht gesehen, was Baesweiler außer Arbeitsplätzen sonst zu bieten hat. Da wäre es doch anzuraten, dass die Gewerbetreibenden im Zentrum Anreize schaffen, sich mal in der Mittagspause dort umzuschauen. Gutscheine für eine Tasse Kaffee („Es könnte auch noch ein Stückchen Kuchen dabei sein“, so der Bürgermeister) wären eine geeignete Einladung. Vielleicht kämen diese in Baesweiler Beschäftigten auch auf die Idee, mittags dort einzukaufen, um nicht noch abends in Geschäfte an ihrem Wohnort hetzen zu müssen. Das setze allerdings voraus, dass die Geschäfte über Mittag in Baesweiler entsprechend geöffnet sind, animiert Linkens die Gewerbetreibenden zum Mittun.

Übrigens: Der Termin bei der Bezirksregierung hat was gebracht. Das Geld auch für die Kückstraße wird fließen, sagt Linkens nach der Rückkehr auf Nachfrage unserer Zeitung. Allerdings sagt er auch: „Wir bekommen leider nur 70 und nicht 90 Prozent der Gesamtsumme gefördert, weil wir aus Sicht der Genehmigungsbehörde finanziell besser dastehen als andere Kommunen.“ Es sind 1,44 Millionen Euro, die für verschiedene Maßnahmen wie die energetische Untersuchung von Gebäuden, die Umgestaltung der Straße In der Schaaf und eben auch der Kückstraße gedacht sind. Ein Grund mehr, sich mit Anregungen und Initiativen einzubringen und beim Quartiersbüro oder bei der Stadt vorbeizuschauen. Dazu laden Dirk Pfeifferling, Geschäftsführer des Internationale Technologie- und Service-Centers, und die anderen Vertreter der Kommune Baesweiler ein.


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