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07.02.2017 Wirtschaftsförderung

Quartiersbüro soll Impusgeber werden


(Super Sonntag v. 05.02.2017-phan) 

Bürger sollen ihre Ideen für eine attraktivere Stadt einbringen – „Gründerzentrum“ der besondere Art bietet Chancen für Kreative(s)


Wenn aus der Innenstadt ein „Gründerzentrum“ wird, kann das reizvolle Akzente setzen, die andere Kommunen in der Nachbarschaft so nicht zu bieten haben. Baesweiler vielleicht in naher Zukunft schon! Doch der Reihe nach: Die Stadt Baesweiler möchte die Innenstadt – insbesondere den Bereich Kückstraße – im regen Austausch mit den Bürgern und den örtlichen Einzelhändlern aufwerten und dort zeitnah strukturelle Schwächen beseitigen sowie Abschnitte gezielt mit modernem Stadtmobiliar (inklusive Beleuchtung und Bepflanzung) attraktivieren. Dabei liegt ein besonderer Fokus auch auf dem Thema „Leerstandsmanagement“.

In den nächsten Jahren würden mittelgroße Zentren nämlich laut einer aktuellen Studie, von der its-Geschäftsführer und Wirtschaftsförderer Dirk Pfeifferling berichtete, ohne Gegenmaßnahmen 25 Prozent ihres Umsatzes an den Onlinehandel verlieren. In Oberzentren wie Aachen sollen es immerhin noch zehn Prozent sein. Dem gelte es frühzeitig, nachhaltig und in Baesweiler auch „kreativ entgegenzuwirken“. Zum einen müsse der örtliche Handel selbst verstärkt im Online-Handel präsenter werden und sich entsprechend neu aufstellen, zum anderen sollen sich in Baesweiler künftig mehr Kreative, Künstler und besondere (Kunst-)Handwerker ansiedeln, um auch das kulturelle Leben im Zentrum in Schwung zu halten. Wirtschaftsförderer Dirk Pfeifferling will solchen besonderen „Gründern“ dabei helfen, in Baesweiler Fuß zu fassen. Eine erste Maßnahme, um dieses Ziel umzusetzen (und andere!) hat die Stadt nun mit der für März vorgesehenen Eröffnung eines Quartierbüros in der Kückstraße 21 auf den Weg gebracht. Torsten Borrmann von der Aachener Agentur „Gleiszwei“ hat Erfahrung mit solchen Stadtteilprojekten sowie der Ausgestaltung solcher Räume und lädt alle Baesweiler zum Vorbeischauen und Mitmachen ein. Der bereits von Mitarbeitern des Bauhofs hergerichtete große und helle Raum mit zum Teil peppig recycelten Sitzmöbeln soll nicht nur Anlaufstelle für kreative Jungunternehmer werden, sondern insbesondere auch Infobörse und kleines Veranstaltungszentrum für alle interessierten Bürger. Denn im Quartiersbüro können sich die Baesweiler auch in die im nächsten Jahr anstehende Umgestaltung der Kückstraße und angrenzender Bereiche aktiv einmischen bzw. regelmäßig erfahren, was sich dort im Rahmen des geförderten „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK), so die Bezeichnung nach der jüngsten Umbenennung, tut. Gabriela Sieberichs, Vorsitzende des Gewerbeverbands Baesweiler, begrüßt das ausdrücklich und findet es gut, „dass alle in der Nachbarschaft des Geschehens auf kurzem Wege immer das Neueste erfahren können“. Das ISEK sieht unter anderem eine optische Aufwertung mit höherer Aufenthaltsqualität für den Raum zwischen Rey- und Kirchplatz vor. Darüber hinaus soll im Übergang des Baugebiets „An Gut Driesch“/Löffelstraße ein neuer Gebäudekomplex entstehen, der auch die Ansiedlung eines „Ankermieters“ vorsieht. „Entgegen ersten Mutmaßungen ist zu diesem Zeitpunkt allerdings noch völlig offen, welche Firma dort einmal einzieht“, betont die Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel. Dass es keine Branche sein wird, die das Umfeld „runterzieht“ verstehe sich von selbst. Die Entscheidungsträger in Baesweiler gucken schon genau hin und steuern nach Kräften, heißt es. Auf jeden Fall ist ein „Frequenzbringer“ erwünscht. Leben in die Stadt sollen jedoch schon zuvor neue Unternehmer bringen, die leere Geschäfte mit interessanten Angeboten und Dienstleistungen füllen, die es so vielleicht noch nicht in der Stadt gibt. Wer sich angesprochen fühlt, kann durchaus schon jetzt mit Dirk Pfeifferling im its in Verbindung setzen. Vielleicht klappt‘s ja mit der Selbstständigkeit auf neuen Wegen.

Es wäre nicht das erste Unternehmen, das von Baesweiler aus durchstartet. „Das Quartiersbüro soll im Idealfall eine ähnliche Inkubatorfunktion haben, wie das its im Gewerbegebiet“, wünscht sich Dirk Pfeifferling. Das Quartiersbüro soll auch Anlaufstelle für andere Experteninfos werden. Informationsveranstaltungen über das anstehende Hof- und Fassadenprogramm, energetische Sanierungen, alternative Mobilität, Digitalisierung, Existenzgründung und eben besagtem Online-Handel sind bereits angedacht. Darüber hinaus soll das ziemlich große und bewusst offen gehaltene Büro als Ausstellungsfläche für Künstler und Kulturevents genutzt werden. Ziel ist es, das Büro zu den Hauptgeschäftszeiten der umliegenden Einzelhändler an fünf Tagen in der Woche für die Bürger zu öffnen. Besetzt werden soll das Büro, das eben auch „Konzeptladen“ sein soll, durch städtische Experten, beteiligte Planer, aber auch durch studentische Hilfskräfte. Mit im Boot sind neben Akteuren der Aachener Hochschule auch die IHK und die Handwerkskammer. „Die angestrebte Nutzungsmischung soll einerseits Belebung und Attraktivierung des Bereiches bewirken und einen Dreh- und Angelpunkt sowie Treffpunkt für Handel, Bürger und Interessierte im Bereich der Stadtentwicklung bilden“, fasst Iris Tomczal-Pestel zusammen.


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