Unsere StädteRegion ist bei Existenzgründern beliebt. Deutlich über dem Landesdurchschnitt. FH-Studierende dokumentieren Beispiele mit positivem Trend.

Besonders bei Hochschulabsolventen ist der schnelle Weg in die Selbstständigkeit nichts Ungewöhnliches mehr. Der Reiz der Unabhängigkeit und der eigenen Ideenverwirklichung brachte in Deutschland allein im vergangenen Jahr 615 600 neue Jungunternehmen, sogenannte Start-ups, hervor. Die Kernunterschiede zu anderen Gründungsmodellen liegen hier vor allem in den Faktoren Alter, Innovationskraft und Wachstum. Start-up-Unternehmen sind jünger als zehn Jahre, verfolgen neuartige Geschäftsmodelle, nutzen innovative Technologien und streben ein starkes Mitarbeiter- und Umsatzwachstum an.
Besonders Großstädte wie Berlin und München erweisen sich bei den jungen Gründern als attraktiv. In Berlin werden deutschlandweit die meisten Unternehmen gegründet. Ulrich Kissing, Chef der Förderbank der IBB, äußerte sich dazu vor einiger Zeit in einem Interview im Berliner “Tagesspiegel”. Berlin sei ein Standort, der viele verschiedene Leute anlocke. Hier sei aus einer guten Gründer-Infrastruktur, einer soliden Wissenschaftsbasis und gezielten Förderungen ein “Humus” entstanden, “auf dem immer neue Start-ups wachsen.”
Doch auch die Städteregion Aachen ist bei Gründern sehr beliebt. Die Zahl der Unternehmensneugründungen liegt hier deutlich über dem Landesdurchschnitt. In der gesamten Wirtschaftsregion haben sich im Jahr 2013 insgesamt 84 900 Unternehmer selbstständig gemacht. So findet man Erfolgsgeschichten nicht nur in der Ferne. Doch was motiviert die Gründer dazu, sich in unserer Region anzusiedeln? “Man ist hier in Aachen ein Wal im Goldfischglas”, erklärt Julian Peters, Mitbegründer der Tift App. Er und drei ehemalige Kommilitonen haben sich im Sommer 2014 selbstständig gemacht. Sie haben sich bewusst dafür entschieden, in Aachen eine Firma zu gründen. Der Grund: Da man hier wenig Konkurrenz hat und die Möglichkeiten schnell ein gutes Netz aus Kontakten zu bilden”.
Die Jungunternehmer setzten auf den “Multiplikationseffekt”, so Julian Peters. Durch Empfehlungen und die Erweiterung des Netzes versuchen sie, ihr Unternehmen zu etablieren. Um während der Gründungsphase nicht allein zu sein, gibt es für Start-up-Unternehmen mehrere unterstützende Einrichtungen und Instanzen. Die “GründerRegion Aachen“, bestehend aus der Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg, hat das Ziel, Gründer zu informieren, zu motivieren und in allen Fragen, die anstehen, zu unterstützen. Zudem will sie eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsregion schaffen. Die Initiative baue auf den Stärken des Standortes auf, sagt Iris Wilhelmi, Geschäftsführerin der GründerRegion Aachen in unserem Gespräch. 13 Technologie- und Gründerzentren sollen “hervorragende Startbedingungen” bieten. Eines von ihnen ist die entsprechende Einrichtung der RWTH Aachen. Hier engagieren sich 14 Mitarbeiter, die bereits Erfahrungen als Gründer haben oder Unternehmensberater waren. Durch ein gezieltes Coaching, die Erstellung eines Businessplans und organisierten Treffen mit anderen Start-ups soll der Prozess der Gründung erleichtert werden. Das Gründerzentrum unterstützt Gründungsinteressierte und Start-ups in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Aachen durch persönliche Hilfe und Trainings. Auch stellt es kostenlose Betriebsräume, das sogenannte StartLab, zur Verfügung.

Finanzielle Hilfe bieten zudem institutionelle Investoren und staatliche Förderer. Auch können die Interessierten in Wettbewerben ihre Ideen und ihre Businesspläne vorstellen, um damit dann möglicherweise wertvolle Stipendien zu gewinnen. Die Gründer der Tift App haben das sogenannte “EXIST Stipendium” in Anspruch genommen. Das bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Innovation an. Es besteht sowohl aus einem Jahresgehalt für bis zu drei Mitgründer als auch aus Fördermitteln für Sachausgaben und Investitionen. Doch um diese Förderung überhaupt beantragen zu können, ist bereits ein gut ausgefeilter Businessplan erforderlich. Bei seiner Konzeption und schließlich Formulierung helfen die zugewiesenen Coaches des Aachener Gründerzentrums, die basierend auf dem Thema der Gründungsidee passend ausgewählt werden. Es gibt jedoch auch Angebote für Gründungsinteressierte ohne eigene Geschäftsidee. Dort lernen sie das Handwerkszeug, das zum Gründen nötig ist, und arbeiten intensiv an der Ideenfindung. Die Veranstaltungen bieten außerdem eine gute Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen, die ebenfalls noch nach Mitgründern suchen.

Auch Upvoid, eine Videospielfirma, die im Frühjahr 2014 in Aachen gegründet wurde, hat vom Gründerzentrum profitiert. …….

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(Aachener Zeitung v. 18.07.2015 – Autoren sind die FH-Studierende Jonathan Baurmann, Veronika Völker, Sandra Beyß und Natalie Huber)